Die Kapelle St. Jost in Galgenen gehört zu den wenigen im Kanton Schwyz erhaltenen mittelalterlichen Sakralbauten mit spätgotischer Ausstattung, die nicht der barocken Erneuerungswelle des späten 17. und 18. Jahrhunderts zum Opfer gefallen sind.
Barocke Aussenfresken
1) Karl Boromäus, Jost und Bruder Klaus
2) Der Schwur der drei Eidgenossen
3) Schon früh in der Kapellengeschichte zierte ein Christopherus die Südwand. Hier eine Nachbildung in barocker Fassung.
Blick in den Innenraum mit seinen Altären und den Wandfresken
Hauptaltar, auch Hegner-Altar genannt
Der fünfteilige Hauptaltar besitzt drehbare Flügel, deren Mechanismus auch heute noch funktioniert. Man nimmt an, dass der Altarschrein um 1623 in die Kapelle kam.
Er entspricht wegen seiner eigenwilligen Konstruktion nicht dem landesüblichen Schema spätgotischer Schreinaltäre mit beweglichen Flügeln. Es muss ein geschickter Handwerker gewesen sein, der diese bis heute gut funktionierende Mechanik schreinerte.
In den Nischen sieht man im geöffneten Zustand die Heiligen Margarte, Urban, Nikolaus, Konrad, Katharina. Der geschlossene Altar zeigt die Heiligen Fridolin, Johannes Ev., Antonius Er., Theodul.
Die Statue des hl. Jost auf dem Hauptaltar
Jost (auch Jodok oder Jodokus), geboren um 600, entstammte einem bretonischen Adelsgeschlecht. Als Königssohn verzichtete er auf den Herrschaftsanspruch. Zum Zeichen seines Verzichts legt er die ihm angebotene Krone auf die Erde. Er flieht von zu Hause, wählt den geistlichen Stand und schliesst sich den Pilgern nach Rom an. Er ist der Gründer der Einsiedelei von Runiac, aus der später das Benediktinerkloster Saint-Josse-sur-Mer hervorgeht. Jodok starb um 670.
Er wird als Einsiedler, Pilger oder Priester mit einer Krone zu seinen Füssen dargestellt, der seinen Stab in die Erde rammt, aus der eine Quelle entspringt. Er ist Patron der Pilger, der Schiffer, der Siechenhäuser; als Fürsprecher wurde er angerufen gegen Krankheit, Pest und Fieber, Feuersbrunst, Getreidebrand, Gewitter, für Ernte und Feldfrüchte. Auch heiratswillige Mädchen riefen ihn an.
Gotischer Anna-Altar
Der Seitenaltar, der sogenannte Anna-Altar mit Mutter Anna, hl. Gallus (links) und hl. Jost (rechts), stammt aus der 1. Hälfte 16. Jh. Die Flügel fehlen. Ganz oben steht die hl. Afra auf dem Scheiterhaufen.
Fresken
Um 1623 wurden die Wände der Kapelle mit bedeutenden Freskenzyklen geschmückt. Diese sind vor allem der Stifterfamilie Hegner zu verdanken, die sich mit Wappen und Inschriften entsprechend verewigten. An der Südwand ist in 12 Bildern der Zyklus aus dem Leben des Kapellenpatrons St. Jost dargestellt. An der Nordwand sind Szenen aus dem Leben von Bruder Klaus in epischer Breite dargestellt sowie ein grosses Visionsbild, das als Stifterbild der Familie Hegner mit den Wappen der Brüder Heinrich und Hans Hegner zu deuten ist.
Bruder Klaus Zyklus
1) Die Stifter
2) Freskenwand mit Bruder Klaus Tafeln. Aus den Darstellungen lässt sich auch auf die Mode um 1600 schliessen.
3) Der Priester und Bruder Klaus mit Jäger im Melchtal
4) try anken stücke:
Ein Knabe bringt drei Butter (Anke) Stücke zum fastenden Bruder Klaus, doch Raben verhindern die Versuchung.
5) Drei Männer im Gespräch
6) Als er einmal im Raft spaziert - und geistlich Leben meditiert. Ein schöner Turm ward ihm gezeigt, des Höhe in den Himmel neigt,
das er im Herze wot betracht, die Welt zu verlassen er gedacht.
7) in den Krieg ziehen
8) Die Dornen
9) Die Taufe des Bruder Klaus
