Eine erste Kirche gab es bereits 806. 1136 wurde St. Zeno als Augustiner-Chorherrenstift von Erzbischof Konrad v. Abensberg gegründet. Die alte Kirche wurde abgebrochen, der Neubau nach 80 jähriger Bauzeit 1228 geweiht. Die Kirche wurde dem Hl. Zeno von Verona geweiht. Mit ihren 90 m Länge ist St. Zeno die größte romanische Kirche Altbayerns. Das wichtigste romanische Bauteil ist das grossartige Trichterportal aus Untersberger Marmor.
1512 brannte die Kirche vollständig aus und im spätgotischem Stil wieder aufgebaut.
1803 kam die Säkularisation: das Stift löste man auf, St. Zeno wurde Pfarrkirche. Spätere Umbauten erfolgten
in Barock, Neuromanik und Neugotik, von der noch 4 Seitenaltäre erhalten sind. 1937 kam das Mittelteil des heutigen
Hochaltars in die Kirche, 1967 wurde er durch zwei Seitentafeln ergänzt: Mariä Geburt - Mariä Krönung - Mariä Tod :
alle Teile um 1520; sie passen thematisch und stilistisch sehr gut zusammen.
Die Löwen am Portal sehen nicht aus wie Löwen heute oder damals aussahen; die damaligen Steinmetze haben sicher nie
echte Löwen zu Gesicht bekommen und sich deshalb an zeitgenössischen Löwen-Skulpturen orientiert.
Romanisches Rundbogenportal
Die acht Säulen aus Untersberger Marmor sind abwechselnd rund und achteckig mit romanischen Verzierungen. Da gibt es einen Pfau und andere Vögel, aber auch Schlangen. Sie alle verkörpern die Wesen des Paradieses und der Unterwelt.
Die liegenden Löwen sind heute senkrecht zur Portalachse platziert; ursprünglich waren sie dem Portalvorbau zugeordnet und blickten den Eintretenden entgegen. Mit geöffnetem Rachen halten sie zwischen den Vorderläufen Beutetiere. Im Tympanon ist die thronende Madonna mit dem Jesuskind auf dem Schoss zwischen zwei Heiligen zu sehen: rechts der heilige Rupert und links der heilige Zeno. Über der Madonna ist das Lamm Gottes zu sehen. In die Portalseiten sind Reliefs aus dem 8. Jahrhundert eingelassen. Links ist der bärtige Gott Vater mit Adam und Eva (mit Zöpfen) zu sehen.
Kreuzgang
Der Kreuzgang des Klosters wurde Ende des 12. Jahrhunderts im romanischen Stil erbaut. Ursprünglich war dieser, ebenso wie die Kirche, mit einer flachen Holzdecke ausgestattet. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde diese durch ein gotisches Kreuzrippengewölbe mit individuell gestalteten Schlusssteinen ersetzt. In einen Steinquader in der Mitte des westlichen Flügels, an der Ecke eines Fensterpfeilers, ist ein Relief von Kaiser Friedrich I. Barbarossa eingemeisselt. Nach der Säkularisation verfiel der Nordflügel des Kreuzgangs und musste Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen werden. In den Boden des Kreuzgangs sind zahlreiche Epitaphe eingelassen, die meisten stammen aus der Zeit um 1400.

