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Benedikt von Nursia (* um 480; † 547) gründete 529 das Kloster bei Monte­cassino und verfasste die nach ihm benannte Regula Benedicti (Benedikts­regel). Neben dem bekannten ora et labora war die Hinwendung zum Ge­meinschaftsleben ein wesentlicher Faktor für ein funk­tionierendes Kloster­leben. Die Benediktiner waren der erste eigentliche Orden in der Geschichte des westlichen Mönchtums.

Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wurden viele Benediktinerklöster ge­gründet. So z.B. gründete Bonifatius (*673; †754), der „Apostel der Deutschen“ im Jahre 744 das Kloster Fulda, in dem ausdrücklich einzig die Regula Benedicti gelten sollte.

Durch die später folgende Integrierung in die Reichs­ver­waltung wurden die grossen Klöster immer mächtiger, was das Armutsideal unterhöhlte.

Eine Klosterreform war nötig. Sie begann am 11. Sep­tember 910 mit der Gründung der Abtei Cluny durch Wilhelm von Aquitanien. Der Reformgedanke mit einer starken Betonung der Liturgie breitete sich im Westen rasch aus. Viele Klöster schlos­sen sich Cluny an und innerhalb eines Jahrhunderts umfasste der Kloster­verband von Cluny über tausend Klöster.

Die Lebensweise der Mönche von Cluny erregte aber bald Kritik. Das in der Benedikts­regel vorgesehene Gleichgewicht von Gebet und Handarbeit wurde zu­gunsten des Gebets aufgeweicht. Die Abtei lebte von Mess-stipendien und Gebets­stiftungen. In ihrer Blütezeit während des 11. Jahrhunderts wurden in Cluny von 400 Mönchen täglich über 200 Psalmen gebetet. Ihre Messen und Prozessionen waren das Prächtigste, was es inner­halb der Kirche gab. Im zum Verband gehörenden Kloster Hirsau erfand Abt Wilhelm († 1091) den Stand der Konversen, der die Mönche noch stärker von der Notwendigkeit der Handarbeit entband.

Die Kritik an der Lebensweise von Cluny nahm zu. Robert von Molesme gründete eine Reformabtei in Molesme, in der die Mönche getreu nach der Benedikts­regel lebten und ihren Unterhalt durch Hand­arbeit statt durch Meßstipendien und Stiftungen verdienen sollten. Dieser Versuch scheiterte. Ein zweiter Versuch jedoch glückte. In der Nähe von Dijon entsteht 1098 ein so genanntes „neues Kloster“. Der Flurname heisst Cîteaux, lateinisch cistercium. Robert wird der erste Abt. Unter seinen Nachfolgern Alberich von Cîteaux und Stephan Harding wird es zum Mutterkloster des Zisterzienserordens.

Die Zisterzienser setzten dem öffentlich­keits­wirksam zelebrierten Gebetsleben der Benediktiner Einsamkeit, Armut und körperliche Arbeit entgegen. Bewusst kehrten sie zu einer einfachen Liturgie zurück.

An oberster Stelle steht: Schlichtheit. Sie sind gegen Anhäufung von Macht und Reichtum, gegen Prozessionen, gegen pracht­volle Kirchenbauten  und für die getreue Befolgung der Regeln des heiligen Benedikt von Nursia.

Im Vordergrund stehen das Gebet, das Fasten und die Arbeit. Das äusserliches Zeichen sind  Gewänder aus rauer, ungefärbter Wolle.

Stephan Harding und Berhard von Clairvaux (1090-1153) sind die wichtigsten Förderer. Es gelingt in wenigen Jahr­zehnten hunderte von Nieder­lassungen in ganz Europa, auch in der Schweiz zu gründen.

Mit seinem Bruder Gerhard gründet Bernhard von Clairvaux 1115 das berühmte Kloster in Clairvaux - im heutigen Ortsteil Outre-Aube in Longchamp-sur-Aujon.

Es gibt keine hierarchische Klosterstruktur, sondern eine Filialstruktur (Mutterkloster – Tochterkloster). Es gibt 4 Primärabteien eine davon in Cîteaux. Die demokratische Struktur gipfelt im jährlichen Generalkapitel (ähnlich einem europäischen Parlament).

Die Klöster wurden fernab von menschlichen Siedlungen, in einsamem, unkultiviertem Gelände in der Nähe eines Flusses gegründet und waren meist mit einer Rodung verbunden.

Die Rückkehr zum schlichten Mönchsleben nach den Regeln des heiligen Benedikt bedeutete auch, dass der Lebensunterhalt eines Klosters nicht mehr von zahllosen abhängigen Bauern wie bei den Cluniazensern, sondern allein mit den eigenen Händen der Klostergemeinschaft erarbeitet werden sollte (Eigenwirtschaft).

So entstand eine klostereigene, land­wirtschaftliche Betriebsstruktur mit klostereigenen Werkstätten.