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Riesentor

St. Stephan Westfassade

1926

2011

Das Riesentor, ein Foto aus dem Jahr 2011 - nach der Restauration der Westfassade. Wer wissen will wie es 1926 dort aussah, also vor den verheerenden Zerstörungen im zweiten Weltkrieg, klickt auf die Jahreszahl.


Den Stephansdom betritt man heute durch das romanische »Riesentor«. Es befindet sich in der Westfront zwischen den Heiden­türmen und stammt aus den Jahren 1230/1240.

Der Name "Riesentor" kommt der Legende nach vom dort gefundenen Mammutknochen, oder eher vom mittelhochdeutschen Wort "risen" . Das bedeutet soviel wie "sinken", "fallen" und betrifft die Trichterform des nach innen tief und schräg abfallenden Portals.

Im Tympanon des rundbogigen Trichterportals thront Christus als Welten­richter mit einem entblössten Knie auf einem Regenbogen. Die ihn umgebende Mandorla wird von Engeln gehaltenen. Er hat seine rechte Hand zum Segensgruß erhoben und hält in der Linken das Buch des Lebens.

Auf den Kämpfern der Portalsäulen befinden sich Halb­figuren­darstellungen der zwölf Apostel sowie der Evangelisten Markus und Lukas. Darunter verläuft eine schmale Frieszone mit Tieren, Drachen, Teufeln und Fantasiefiguren.

Auf der rechten Seite sieht man zwei Hunde mit einem gemeinsamen Kopf in Ranken gefesselt, dann einen Fuchs, der einen Menschen an den Haaren zerrt. Zwischen einem Löwen und einem Affen fasst einer seinem Vordermann an dessen spitzen Hut (im Mittelalter: Darstellung der Juden) und hebt seine Axt zum Schlag (Hackl ins Kreuz), dann folgt ein kleiner Teufel und ein Mann mit erhobenen Händen vor ineinander verschlungenen Drachen. Den Abschuss des Reliefs (im Bild verdeckt) bildet ein Tierkörper mit menschlichen Kopf und eine tanzende Sirene.

Die Säulen sind von Ornamentbändern und Pflanzenreliefs über­zogen. Die Knospenkapitelle zeigen bereits den Einfluss der Gotik.


Im Inneren des Tores tragen sieben Säulen, zum Teil mit Bind- und Flechtwerk (um das Böse zu binden), das trichterförmige Portal. In ihren Pflanzen­kapitellen, am oberen Ende, geht es dramatisch zu: Menschenköpfe mit weit aufgerissenen Augen, Fratzen und Tierköpfe lugen hervor, über ihnen spielt sich das Leben der Menschen zwischen Seligkeit und Verdammnis schwankend ab: Affen, Teufel, die Menschen eine Schlinge um den Hals legen wollen, um sie am Eintritt in die Kirche zu hindern, zwei Gerichtsvögel, die auf Rettung und Verdammnis hinweisen.

daneben Mensch und Teufel im immerwährenden Kampf.

Über dem Fries dann eine klare, ruhige Trennung – der Übergang in die himmlische Sphäre, wo sich die Apostel versammelt haben, ausgerichtet hin auf Christus. (Quellen: Unser Stephansdom Nr.112; Reinhard H. Gruber: Der Stephansdom)

Im Mauerwerk der Portalvorhalle sind in rechteckigen Nischen unter anderem ein Greif, Löwen, Samson sowie ein Richter mit übereinander geschlagenen Beinen dargestellt.


Samson und der Löwe