× Home Reisen
Pilgerthemen
Gedanken zum Pilgern Wie werde ich ein Pilger? Galgen- u. Hühnerwunder Die Heilige Fides Jakobus Legenden Wie wirkt Jakobus Geschichten und Erlebnisse Tipps für Radfahrer Ultreïa
Jakobswege
Deutschland Österreich Schweiz Frankreich Spanien
Geschichte(n) Interessantes Was gibt's Neues
  ☰ Auswahl

Ein Funktionsmodell für Gott

Einmal als ich betete, fragte ich mich: „Hört Gott mir über­haupt zu? Oder hört er meiner Frau zu, die ebenfalls betet? Da beten vielleicht auch noch der Nachbar und der Pfarrer und noch viele andere. Wir sind über 5 Milliarden Menschen auf dieser Welt. Davon beten sicher eine Million gleichzeitig zu Gott. Wie schafft er das überall zuzuhören? Wo ist er denn, dass er das kann? Die Vorstellung mit oben funktioniert nicht, weil die Erde ja eine Kugel ist. Wo ist oben?

In unserer heutigen Zeit haben wir durch die Welt der Computer neues Wissen dazubekommen. Wir kennen vernetzte Systeme, Netzwerke mit verteilter Intelligenz und – ja das ist es: eine Client-Server Lösung als Vorstellungshilfe. Der zentrale Computer ist verbunden mit intelligenten Clients, meist sind das PCs.

Der zentrale Server – das ist Gott. Die Clients – das sind wir Menschen. Und wir sind untereinander verbunden in einem intelligenten Netzwerk. In jedem Menschen sitzt also eine Gott-Funktion, die mit dem zentralen Gott verbunden ist. Für das Netzwerk habe ich auch schon einen Namen. Es heisst „Heiliger Geist“. Steht nicht in der Bibel, Gott giesst den Heiligen Geist in seinem Netzwerk über uns aus? Nein, von einem Netzwerk steht natürlich nichts in der Bibel. Mit diesem Begriff konnten die Evangelisten nichts anfangen. Aber die Vorstellung, dass Gott den Heiligen Geist über ein Netzwerk über uns ausschüttet, hat viel Positives. Es ist nicht ein einmaliger Prozess, sondern ein permanenter und im Netzwerk gibt es auch Rückmeldungen. Und so wie ein Server alle Clients betreuen kann, hat auch Gott Gehör für alle Menschen.

Ist das ein brauchbarer Vergleich? Hilft es beim Gottverständnis und können wir damit Gott finden? Der Gott sitzt also in uns. Mir hilft es. Ich weiss, Gott kennt mich bei meinem Namen mit allen meinen Fehlen und Schwächen und nichts kann ich vor ihm verbergen.

Und wenn ich ganz still bin und bete, dann antwortet er auch.

Gerhard Eichinger

Gottesvision des Propheten Ezechiel, Gemälde von Raphael

Versuch einer Netzwerkdarstellung aus dem Jahre 1475/80 im Meditationsbild des Bruder Klaus