über die Pyrenäen

Saint Jean ist ein idealer Ausgangspunkt für den spanischen Teil des Jakobsweges. Das Städtchen hat seinen mittelalterlichen Charakter bewahrt und bietet dem Fotografen herrliche Motive.

Saint Jean Pied de Port

So idyllisch präsentiert sich Saint Jean Pied de Port, als Ausgangspunkt unserer Pilgerreise. Im Pilgerbüro, hier an der Hauptstrasse, haben wir den ersten Stempel für den Pilgerpass geholt.


Über diese schöne Brücke führt der Pilgerweg aus St. Jean heraus.

Eine Asphaltstrasse führt bergauf bis zur ersten Herberge.


Von der Terrasse unserer ersten, äusserst komfortablen und gemütlichen Herberge (Albergue de Untto) blicken wir hinunter nach Saint Jean.

Wir haben dort herrlich getafelt und komfortabel übernachtet.

Wir lernten andere Pilger kennen und führten interessante Gespräche über ihre und unsere Beweggründe und Vorhaben.


Herberge oberhalb Saint Jean

Am nächsten Morgen mussten wir Radpilger zunächst wieder ins Tal. Der Pilgerweg wäre für unsere Tourenräder zu schwierig. Unten auf der Strasse D933 ging es anfangs zügig vorwärts. Rasch war die Grenze nach Spanien überquert und von nun an ging es stetig berauf. Nach zwei Stunden harter Beinarbeit war der Ibanetapass erreicht.


Kurze Rast beim Aufstieg zum 1057 m hohen Ibanetapass. Der heilige Jakob war uns gnädig, und es herrschte eine angenehme Temperatur von 17 Grad. Ich habe leider keine anderen Bilder vom sehr schönen Aufstieg mit den vielen Serpentinen, ich war viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Irgendwann ist Hans dann vorne weg gefahren und ich fiel immer weiter zurück. Dann überholten mich italienische Radpilger. Mir ihnen konnte ich mithalten. Endlich kam der grosse Moment, der Pass kam in Sicht. Mit dem Ziel vor Augen fielen mir die letzten Meter leichter. Hans war schon lange vor mir oben und hat auf mich gewartet.


am Ibaneta Pass

Ein wenig stolz war ich schon, als ich da oben auf der Passhöhe stand. Hier ein Blick zurück Richtung Frankreich.
Die kurze Bergabfahrt zum Kloster Roncesvalles war ein reines Vergnügen.


Roncesvalles

Kurz nach dem Pass besichtigten wir das Kloster, das im 12. Jh. als Pilgerhospital gegründet wurde. Hier traf ich auf Spuren von Karl dem Grossen und dem Helden Roland aus dem 9. Jh.


Eingang ins Kloster


Roncesvalles, Innenansicht der Kirche

Klosterkirche von Roncesvalles 'Real Colegiata'

Hier wird die Mutter Gottes verehrt. Die Madonnenstatue ist aus Zedernholz und mit Silber und Edelsteinen verziert.


Im Kapitelsaal des Kreuzgangs befindet sich diese herrliche Fenster. Zum Vergrössern anklicken.

Szene aus der Schlacht von Navas de Tolosa im Jahre 1212. Sancho VII siegt über die islamischen Streiter.


Nach dem Aufenthalt im geschichtsträchtigen Roncesvalles fuhren wir wieder bergab.


Hier wird die Strasse gerade für ein Marienfest geschmückt. Der Wind hat die Pflanzen immer wieder verweht. Wird sind vorsichtig durchgefahren.


Vor Pamplona waren noch zwei weitere kleinere, aber genauso anstrengende Pässe zu bezwingen, die ich hier nicht dokumentiert habe.


Einfahrt Pamplona

Einfahrt Pamplona. Hier sieht man, dass für den Radpilger nicht immer alles so romantisch aussieht.

In Spanien gibt es keine Radwege.


Gasse in Pamplona

Am späten Nachmittag erreichen wir Pamplona und fahren durch die Gassen der von Hemingway geliebten Stadt.

Typisch für das Stadtbild sind die Balkone.


Placa del Castillo

Hier sind wir im Herzen von Pamplona, der Placa del Castillo.


Rathaus von Pamplona

Das Rathaus von Pamplona mit seiner barocken Fassade. Allegorische Herkulesfiguren bilden die Fundamente. Vom Balkon aus wird an jedem 6. Juli das San Fermin Fest eröffnet. Bekannt sind die Stierläufe (encierro) durch die Gassen von Pamplona.


Die im Führer (Stöppel: Der Jakobsweg) angegebene Herberge existierte schon lange nicht mehr. Nach mühevollem Herumtelefonieren fanden wir eine angenehme Herberge 4 km ausserhalb von Pamplona in Cizor Minor.

Die Pilgermesse fand in einer wunderschönen romanischen Kirche statt. Das ausgiebige 4-Gang Pilgermenue mit dem dazugehörenden Wein wurde in der Pizzeria serviert.

Beim abendlichen Gespräch mit anderen Pilgern, staunten die Fusspilger, wie weit wir in einem einzigen Tag gekommen sind. Sie haben für diese Strecke eine ganze Woche gebraucht.

Fotos: Gerhard Eichinger

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