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Leipzig - Konstanz (Fahrrad)
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Von Ochsenfurt führt der "Fränkisch-Schwäbische Jakobsweg" auf dem Graubahn-Radweg, einem aufgelassenen Eisenbahntrasse. Die Schienen sind weg und der Weg ist ein Sandsträsschen, das sich mit gemächlicher Steigung den Berg hinauf windet. Sehr lange geht es bergauf. Ich überhole zwei Radfahrer. Beim "woher - wohin" Fragen stellt sich heraus, dass sie schon drei Wochen unterwegs sind und mit den Rädern in Hamburg waren. Da ist mein Leipzig Trip ja nichts dagegen.

Das ist der Beginn des Graubahn Radweges bei Ochsenfurt. Hier verläuft auch der Jakobsweg. Siehe Muschelzeichen am Pfosten des Verkehrsschilds.


Schon bald grüsst Tückelhausen mit seinem Kloster.


Aufgelassene Bahnstation Graukönigshofen. Statt einem Zug steht jetzt dort mein Tourenrad.


Bei Gelchsheim quert der Gaubahnradweg eine Strasse mit heftigem Querverkehr.


Der Jakobsweg führt von Gelchsheim über Hemmersheim, Gallhofen nach Uffenheim und von dort südwärts über Custenlohr, Mörlbach, Steinsfd. nach Rothenburg.

Ich bleibe aber am Graubahn Radweg und fahre über Creglingen ins Taubertal zum Taubertal­radweg, zunächst einmal bis zur Passhöhe bei Burgerroth.

Auf der Passhöhe statte ich der Kunigunden­kapelle (bei Buch) einen Besuch ab.

Bei der Kunigunde handelt es sich um die Gemahlin von Kaiser Heinrich II.

Die Kapelle ist ein bedeutsames spät­romanisches Bauwerk und dürfte um 1230 (in der Blütezeit der Hohenstaufer 1138 -1250) erbaut worden sein.

Um die Gründungsgeschichte rankt sich wieder einmal eine Schleierlegende. Da liess doch Kunigunde drei Schleier im Wind flattern, um dort Kirchen zu gründen, wohin der Wind sie weht.....


Krone der Kasierin Kunigunde

Besagte Kunigunde ist eine Tochter Graf Siegfrieds I. von Luxemburg. Sie wurde im Jahre 975 geboren, heiratete um das Jahr 1000 Herzog Heinrich IV. von Bayern, den späteren Kaiser HEINRICH II. Sie starb 1033 in dem von ihr gegründeten Benediktinerinnen Kloster Kaufungen, in das sie 1025 als Witwe eintrat. Das Kaiserehepaar ist im Dom zu Bamberg beigesetzt.

Sie wurde am 29.3.1200 heilig gesprochen.

Ihre Krone (linkes Bild) kann in der Schatz­kammer der ehemals königlichen Residenz zu München besichtigt werden. Im Diözesanmuseum in Bamberg befinden sich mehrere Mäntel von ihr und ein selbst gefertigter Gürtel.


Creglingen

Bei Creglingen überquere ich die Tauber.


Creglingen

Creglingen

Leider fahre ich aus Unwissenheit bei der weltberühmten Herrgottskirche mit dem Marienaltar von Tilman Riemenschneider vorbei. Es wäre nur etwa ein einziger extra Kilometer gewesen - nach Süden ins Herrgottstal.

Pfeil

Der Taubertal-Radweg ist sehr hügelig. Immer wieder geht es hinauf und hinunter. Das Wetter wird etwas trüber, der Himmel verfinstert sich, es beginnt zu tröpfeln. So rasch es geht, stelle ich auf Regenausrüstung um. Der neue Poncho wird ausprobiert und bewährt sich recht gut. Jetzt regnet es aber recht intensiv. Zum Glück kommt da schon die romanische Kirche von Detwang mit dem Riemenschneider Altar, den ich sowieso besichtigen wollte. Über eine Stunde bleibe ich als einziger Besucher in der Kirche und schaue mir die Riemenschneider Schnitzereien sehr gut an. Auch plaudere ich mit der netten Dame an der Kasse sehr viel und lange.

Detwang St. Peter und Paul Kirche

Die tausendjährige St. Peter- und Pauls-Kirche in Detwang.

Sie beherbergt den Heilig-Kreuz Altar von Tilman Riemenschneider. Er wurde 1508 von dem Würzburger Meister ursprünglich für die Michaelskapelle in Rothenburg geschaffen. Von dort wurde er wegen des benötigten Raumes 1653 nach Detwang gebracht.

Der linke Seitenflügel zeigt Jesus im Garten Gethsemane, der rechte die Auferstehung. In der Mitte der Gekreuzigte. Für eine vergrösserte Ansicht klicken sie auf ihn!


Detwang, Kirche innen Detwang, Altar Christus im Heilig Kreuz Altar

Als der Regen nachlässt, setze ich meine Fahrt fort. Es ist nur noch ein kurzes Stück bis Rothenburg ob der Tauber. Endlich hört es auf zu regnen und Rothenburg liegt vor mir, hoch oben am Felsen, beleuchtet von der Abend­sonne und dahinter ein rabenschwarzer Himmel. Der Aufstieg ist mühsam.


Durch das Spitaltor gelange ich hinter die wehrhaften Stadtmauern und suche ein Quartier. Das ist rasch gefunden. Ich wohne in einem mittelalterlichen Haus, im Gasthof zum Spitaltor. Das Rad kommt in einen wettersicheren Verschlag und ich begebe mich auf einen ersten Stadtrundgang. Hunderte Touristen sind unterwegs. Es gibt unendlich viele Fotosujets. Besonders die japanischen Touristen schiessen aus all ihren Fotorohren.

Zum Nachtmahl in meiner Unterkunft bestelle ich, auf Empfehlung hin, die Henkersmahlzeit ? vortrefflich. Um 21:30 beginnt am Marktplatz der Stadtrundgang mit dem Nachtwächter. Ein Schauspieler als Nachtwächter mit Spiess und Laterne erklärt mit witzigen Worten, wie das Leben im Mittelalter war und erzählt so nebenbei die Geschichte der Stadt.


Impressionen von Rothenburg ob der Tauber

Über den Marktplatz am Renaissance Rathaus vorbei gelange ich zur Jakobskirche und stehe vor dem gotischen Altar mit den Bildern vom Hühnerwunder. Auch die Jakobuslegende wird drastisch dargestellt. Interessant ist der Einzug des Leichnams von Jakobus in Santiago. Er liegt auf einem Ochsenkarren. Der Kopf, der ihm in Jerusalem abgeschlagen worden war, liegt leicht seitlich neben ihm. Man muss aber schon genau schauen, sonst meint man, er hält den Kopf schräg. Da der Künstler (Friedrich Herlin) nicht wusste, wie Santiago aussieht, hat er Rothenburg gemalt, so wie es im 15. Jh. ausgesehen hat. Ein interessantes Zeitdokument. In der Kirche erhalte ich auch den Pilgerstempel.

Mit einem ersten Kirchenbau wurde 1311 begonnen. Die gotische St. Jakobskirche wurde 1485 eingeweiht.

Auf der Westempore steht der Heilig Blut Altar, ein Meisterwerk von Tilman Riemenschneider. Der Name geht auf die Reliquie, einem Bluts­tropfen Christi zurück, der am Ende der Kreuzzüge nach Rothenburg gelangte. Der Altar (Ausschnitt) zeigt das letzte Abendmahl.


Der Hauptaltar in der Jakobskirche ist der Zwölfbotenaltar von Friedrich Herlin, 1466.

Im geöffneten Zustand sieht man in der Mitte eine Kreuzigungsgruppe mit Johannes und Maria; daneben je zwei Heilige - links Jakobus d. Ä. und Elisabeth, rechts Leonhard und Antonius. Bei geschlossenem Zustand sieht man acht Tafeln mit der Jakobuslegende, auf fünfen davon ist das Galgen- bzw. Hühnerwunder dargestellt.

Mehr über das Hühnerwunder und Beschreibung der Altarbilder


Tafel Rückseite 12-Botenaltar Tafel Rückseite 12-Botenaltar Tafel Rückseite 12-Botenaltar

An der Rück­seite sieht man Bilder von der Jakobus­legende, seine Enthauptung, seine Über­führung nach Santiago und das Galgen- und Hühnerwunder.


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