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Galgen- u. Hühnerwunder
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Jacobus de Voragine: Legenda Aurea
(Das Leben der Heiligen)

aus dem Lateinischen übersetzt von Richard Benz. 14. Aufl. Gütersloher Verlagshaus, 2004.

Galgenwunder-Legende in der Version der Legenda Aurea (innerhalb der Vita „Von Sanct Jacobus dem Grossen“ (d. Älteren)

„Calixtus der Papst erzählt, dass im Jahre 1020 ein Deutscher mit seinem Sohn zu Sancto Jacob wollte wallfahrten. Als er in der Stadt Toulouse musste Herberg nehmen, machte der Wirt ihn trunken und versteckte ein silbernen Becher in seinem Mantelsack. Da sie nun des Morgens fürbass zogen, lief der Wirt ihnen nach und hielt sie wie Räuber fest, und schuldigte sie, dass sie seinen silbernen Becher hätten gestohlen. Sie sprachen, dass er sie möge zur Strafe ziehen, so der Becher sich bei ihnen fände. Und da man den Mantelsack auftat, fand sich der Becker und sie wurden alsbald vor den Richter geschleppt, da ward das Urteil gegeben, dass alle ihre Habe dem Wirt verbliebe und einer von ihnen werde gehenkt. Der Vater sollte für den Sohn sterben, der Sohn für den Vater, zuletzt wurde der Sohn gehenkt, und der Vater zog gen Sanct Jacob weiter mit grossem Trauern. Über sechsunddreissig Tage so kam er wieder und verweilte bei dem Galgen, da noch der Leib seines Sohnes hing, und klagte über ihn gar jämmerlich. Aber siehe, da hub der Sohn an zu sprechen und tröstete ihn: „Liebster Vater, weine nicht, denn mir war nie so wohl: wisse, Sanct Jacob hat mich bis zu dieser Stunde gehalten und mich erquicket mit himmlischer Süssigkeit. Als der Vater das hörte, lief er eilends in die Stadt; und das Volk kam mit ihm heraus, nahmen den Sohn vom Galgen, der war gar unversehrt, und henkten den Wirt an seine Statt.“ (S. 379)

Anmerkung: Bei dieser ursprünglichen Legende fehlt das Hühnerwunder und auch die Tochter des Wirts kommt nicht vor.