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Bautzen, Stadt der Sorben (obersorbisch gesprochen - Budyšin), Stadt an der Spree, ist eine "Große Kreisstadt" in der Oberlausitz im Osten von Sachsen mit einer interessanten Geschichte.

Bautzen besitzt eine sehenswerte Altstadt mit bedeutenden Bauwerken. Bei einem Spazier­gang im Regen durch die Stadt haben wir uns einen ersten Eindruck verschafft. "Bautzen ist eine Reise wert". Lange habe ich überlegt, ob ich meine Regenfotos, oder entsprechende Sonnenfotos aus dem Internet zeigen soll: Sehen sie selbst, wie der Entscheid ausgegangen ist.

Von L. nach R.: Stadtbefestigung mit dem Turm " Alte Wasserkunst" (1558), Michaeliskirche, Wasserturm im ehem. Franziskanerkloster, Petridom, Rathausturm

Unser Hotel liegt direkt am Hauptmarkt beim Rathaus. Dahinter sieht man den Petridom.


Aus der Geschichte des Petridoms:

Bereits im Jahr 1000 stand hier eine erste Kirche. Das Kollegiatstift St. Petri wurde 1213 gegründet. Mit dem Einzug der Re­formation in Bautzen 1524 wurde die Kirche als "Simultan­kirche" eingerichtet (katholischer Gottesdienst im Chor, pro­testantischer Gottesdienst im Langhaus). 1664 wurde der frühbarocker Helm auf den Kirchturm gesetzt. Im Jahre 1908 wurde der  Orgelprospekts und die Emporen im Jugendstil erneuert.



Das Portal zum Domstift. heute ist dort das Bischöfliches Ordinariat, das Archiv (seit 1221) und die Bibliothek (seit 1350) des Domstifts sowie die Domschatzkammer (seit 1985) untergebracht.


Südlich des Domes befindet sich das barocke Rathaus der Stadt, vom Hauptmarkt aus kann man die verschiedenen Uhren des Rathaus­turmes sehen. Um den Hauptmarkt herum befindet sich das bedeutendste Barockensemble der Stadt mit verschiedenen prächtigen Bürgerhäusern. Die an der westlichen Seite der Lauenstraße - zwischen Lauenturm und Rathaus - befindlichen Bürgerhäuser sind besonders bemerkenswert und finden sich in ähnlicher Pracht und Größe in Sachsen wohl nur noch in Leipzig wieder.



Die Ostseite des Hauptmarktes


Bautzen wird auch als „Stadt der Türme“ bezeichnet. Einer der bekanntesten Türme der Stadt ist der Reichenturm, der auch als „Schiefer Turm von Bautzen“ bezeichnet wird


Der Wendische Turm aus dem Jahr 1566

ist der Turm des einstigen Wendischen Tores der Stadtmauer, benannt nach einer einst hier gelegenen Siedlung von Wenden (evangelischen Sorben).


Eine andere Ansicht vom Wendischen Turm.


Der Torturm der Ortenburg am Zugang von der Schlossstraße wurde in den Jahren 1483-1486 erstellt (Umbau des früheren Matthiastores).
In dem spätgotischen Burgturm befindet sich eine St. Georgskapelle mit zwei hohen schmalen Spitzbogen­fenstern an der Stadtseite.

Im Bild ist das markante Tor - im Sonnenschein und wer mit der Maus auf das Bild fährt - im Regen.

Über der Stadt thront die heute als Gericht genutzte Ortenburg, deren weiße Renaissance­giebel besonders auffallen.

Im Hof der Ortenburg finden sich in verschiedenen Nebengebäuden auch das Sorbische Museum.

König Matthias Corvinus von Ungarn (reg. 1458-1490, ab 1469 auch über die Oberlausitz als Nebenland der böhmischen Krone) ließ die Ortenburg im Stil der Spätgotik erneuern und dabei auch das Matthiastor in umbauen. Bis zum Durchbruch des Neuen Tores im Jahr 1782 war der Matthiasturm der einzige offizielle Burgzugang - mit einer Zugbrücke über den (1782 aufgefüllten) Burggraben.



Geschichte von Bautzen

Um den sich aus einer ostgermanischen Sied­lung langsam entwickelnden Ort wurde immer wieder gekämpft, bis 1018 der Friedens­vertrag zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Polen unterzeichnet wurde (Friede von Bautzen). In der Folgezeit entwickelte sich östlich der Burg die Stadt Bautzen, die wesentlich von der Lage an den Spree­über­gängen der Via Regia, sowie der Franken­straße profitierte.  Bautzen erhielt 1213  die Stadtrechte und erlebte in der Folge wechselnde Besitzverhältnisse. So gehörte die Stadt mal den Askaniern, dann den Böhmen, den Ungarn und schliesslich den Sachsen.

1780 wird die "Freiwillige Bürger Feuer Compagnie" gegründet. Bautzen besitzt damit die älteste Feuerwehr in Sachsen. 1813 endet die Schlacht bei Bautzen (genauer bei Hochkirch; am Arc de Triomphe als Bataille de Wurschen bezeichnet) zwischen der Koalition und den Franzosen mit dem Sieg der napole­onischen Truppen.

Bautzen ist bekannt für seine Strafanstalten. Der Bau der Sächsischen Landesstrafanstalt (Bautzen I) wird 1904 fertig gestellt und bestimmungsgemäß betrieben. Im Volksmund heißt die Anstalt wegen der verwendeten gelben Klinker "Das gelbe Elend". Um die gleiche Zeit entstand das zum Amts- und Landgericht gehörende Untersuchungsgefängnis Bautzen II.  Während der Zeit des Dritten Reiches waren in der Stadt viele politische Gegner, Sozialisten und Kommunisten, aber auch Zeugen Jehovas inhaftiert.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt große Schäden. Die Kuppeln des Lauenturms und der Michaeliskirche wurden zerstört, es waren viele Menschenleben zu beklagen.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird das "Gelbe Elend" eines der Speziallager der sowjetischen Geheimpolizei. Zwischen 1945 und 1950 kommen mindestens 2800 Menschen ums Leben.

Nach dem Krieg entwickelte sich Bautzen in der DDR zu einer Wissenschafts- und Industriestadt. Während dieser Zeit waren in den Bautzener Gefängnissen zahlreiche Regime-Gegner inhaftiert. Im Jahre 1992 wird Bautzen II geschlossen. Heute dient der ehemalige "Stasi-Knast" als Gedenkstätte.