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DIE HEILIGSPRECHUNG MARKGRAF LEOPOLDS III.

Leopold III, Roland Fruehauf, Stiftsmuseum Klosterneuburg

Leopold III. wurde schon zu Lebzeiten der "milde Markgraf" genannt, und bald nach seinem Tode am 15. November 1136 setzte die Verehrung seiner Grabstätte im Stift Klosterneuburg ein.  Erst seit dem Anfang des 14. Jahrhunderts förderte auch die herzogliche Familie den Kult ihres Vorgängers. Rudolf IV. (1358—65) setzte sich schließlich für die Heiligsprechung des Babenbergers ein. Dies paßte in sein politisches Konzept, denn er trachtete mit allen Mitteln, seinem Land und seinem Haus erhöhten Glanz zu verschaffen. Dazu schien ein heiliger Landesfürst besonders geeignet. Der frühe Tod des Herzogs ließ jedoch den Heiligsprechungsprozeß einschlafen.

Erst Kaiser Friedrich III., der bewußt an die Ideen Rudolfs des Stifters anknüpfte, erreichte nach genau hundert Jahren die Wiederaufnahme des Prozesses. Dieser wurde durch viele Schwierigkeiten verzögert, erstreckte sich über die Regentschaft dreier Päpste und kam erst 1485 zum Abschluß. Am 6. Januar dieses Jahres nahm Papst Innozens VIII. den österreichischen Markgrafen unter die Heiligen der Kirche auf.

Die Verehrung des neuen Landesheiligen wurde sehr rasch populär. Alsbald zogen Wallfahrten zum Grab Leopolds nach Klosterneuburg, Altäre und Kirchen wurden ihm zu Ehren geweiht.

Auch einige bedeutende Werke hängen mit seiner Kanonisation zusammen: die Babenberger-Geschichte des Ladislaus Sunthaym, der Stammbaum der Babenberger und viele Darstellungen des neuen Heiligen. Die feierliche Übertragung der Reliquien fand erst 1506 statt, da Kaiser Maximilian 1. persönlich an ihr teilnehmen wollte und dies nicht früher möglich war. Dieser Festakt lieferte wiederum Anregungen für mehrere Kunstwerke. Der berühmte Zyklus Rueland Frueaufs d. J. ist wohl ebenso wie der Bildteppich des Dr. Fuchsmagen aus diesem Anlaß entstanden.

Maximilian 1. stellte sich damals deutlich als Nachfolger des hl. Leopold in der Öffentlichkeit dar. Unter den späteren Habsburgern trug der Kult des Landespatrons stark zur Förderung des österreichischen Staatsbewußtseins bei.

Reliquienschrank von Leopold III und seiner Frau Agnes

Letzte Ruhestätte, Kapitelsaal Stift Klosterneuburg

Reliquie von Leopold III.

Reliquie von Leopold III, Diözesanmuseum St. Stephan, Wien

Quelle: Katalog der NÖ - Landesaustellung 1976 "1000 Jahre Babenberger in Österreich" , F. Röhrig
Fotos: G. Eichinger

Muschelsymbol


Babenberger Stammbaum

Babenberger Stammbaum, Stiftmuseum Klosterneuburg