Johannes Nepomuk

Johannes aus Pomuk bzw. "ne Pomuk" wurde um 1350 in Pomuk geboren. Er studierte Theologie in Prag, kanonisches Recht in Padua und wurde 1372 Notar in der erzbischöflichen Gerichts-Kanzlei in Prag und später Domherr und Generalvikar des Erzbischofs in Prag. Sein energisches Auftreten für die Rechte der Kirche gegenüber dem König und seine Predigten machten ihn beim Volk berühmt und dem König lästig. 1389 wurde er Generalvikar der Diözese Prag, die Auseinandersetzungen mit Wenzel IV., König von Böhmen und Deutschland und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, nahmen zu.

Die Überlieferung berichtet, dass die Königin Johannes zu ihrem Beichtvater wählte. Wenzel wollte nun Johannes zwingen, das Beichtgeheimnis zu brechen, aber der weigerte sich, wurde deshalb gefoltert und in die Moldau geworfen. Durch ein Wunder - nach der einen Version trocknete die Moldau aus, so dass man seine Leiche fand, nach einer anderen Version hatte die Königin eine Erscheinung von fünf Sternen, die den Fundort offenbarten - wurde der Tote geborgen und beigesetzt. Eine Marmorplatte an der Karlsbrücke zeigt heute den angeblichen Fundort.

Richtiger ist; Johannes Nepomuk wurde wegen den Auseinandersetzungen zwischen König Wenzel IV und dem Prager Erzbischof Jenzenstein am 20. März 1393 gefangen genommen, gefoltert, vom König selbst mit Pechfackeln gebrannt, durch die Strassen geschleift und dann in der Moldau ertränkt.

Johannes Leichnam wurde im Veitsdom in Prag bestattet und schon bald als Märtyrer verehrt. 1719 fand man bei der Öffnung des Grabes Gebeine und Zunge unversehrt. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zu einem der wichtigsten Brückenheiligen.

Karl IV und sein Sohn Wenzel

Wenzel war der älteste Sohn Kaiser Karls IV. Im Bild links kniet er und betet zur Jungfrau Maria. Dahinter steht sein Vater. Er war seit frühester Kindheit als Haupterbe vorgesehen. Karl brachte ihm bereits als Kleinkind bei, sich als wahrer Herrscher zu verhalten. Seine Erzieher zogen ihn zu einem gebildeten, aber unselbständigen und unschlüssigen Menschen heran. Schon 1363 wurde Wenzel zum König von Böhmen gekrönt. Er wurde auch noch zu Lebzeiten seines Vaters am 10. Juni 1376 in Frankfurt am Main zum Rex Romanorum gewählt und vom Kölner Erzbischof gekrönt. Nach dem Tod seines Vaters trat Wenzel 1378 dessen Nachfolge als König des Heiligen Römischen Reichs an.

Am 20. August 1400, wurde Wenzel als unnützer, träger, unachtsamer "Entgliederer" und unwürdiger Inhaber des Reichs von den Erzbischöfen von Mainz, Trier und Köln und Ruprecht, dem Pfalzgrafen bei Rhein, auf der Burg Lahneck in Oberlahnstein für abgesetzt erklärt. Ruprecht, aus dem Haus der Wittelsbacher, wurde am folgenden Tage in Rhens von den gleichen vier Kurfürsten zum König gewählt.


Brückensturz des Johannes Nepomuk, Wien - Peterskirche

Nepomuk wird in die Moldau gestürzt, Nepomuk Altar in der Wiener Peterskirche.

In der Moldau glänzen bereits die 5 Sterne während der Häscher noch zuschlägt.


Nepomuks Leiche in der Moldau, Bild am Altarsockel in einer Kapelle in Ober­dischingen (bei Ulm)


Das Altarbild der Kirche St. Nepomuk in Wien, Leopoldau zeigt die Aufnahme des Heiligen im Himmel.

Altarbild, J. Nepomuks Aufnahme in den Himmel St Nepomuk in Wien, Leopoldau

Erst 1721 wurde Johannes von Nepomuk von Papst Innozenz XIII selig und 1729 von Papst Benedikt XIII heilig gesprochen. Johannes von Nepomuk gilt als Schutzpatron von Böhmen und Bayern, der Beichtväter, Priester, Schiffer, Flößer und Müller, des Beichtgeheimnisses, für Verschwiegenheit, gegen Wassergefahren und der Brücken.