Wanderung auf den „Spuren von General Suworow“

21. August 2010, Bericht: Heike

Der Weg von Biel/Kinzig oberhalb des Schächentals ins Muotathal ist ein historischer Schauplatz. Hier flohen während der napoleonischen Kriege russische Truppen vor den französischen Soldaten.

Während der napoleonischen Kriege kämpften die verbündeten österreichischen und russischen Truppen gegen die französische Armee. Nach siegreichen Schlachten in Oberitalien zog sich der russische Oberbefehlshaber General Suworow mit seinem Heer in die Schweiz zurück und geriet hier in eine schier ausweglose Falle. Denn Napoleons Truppen hatten sowohl den Gotthard-Pass als auch die Route über den Vierwaldstätter See unter Kontrolle. Suworow blieb nur der Weg über die Berge. Am 27.9.1799 zog der General mit 22.000 Mann, 4.000 Pferden und Maultieren sowie 25 Geschützen bei Nebel, Regen und Schnee über den Pass von Chinzig-Chulm und weiter über das Glarnerland und Bündnerland bis nach Chur. Trotz riesiger Verluste glückte die waghalsige Flucht über die Alpen, die seither als eine der grössten Taten der jüngeren Militärgeschichte gilt.

Uns erwartet ein schöner Sonnentag, und so treffen sich acht Wanderlustige von „Berg und Ski“ am Zürcher HB. Liesbeth stösst erst in Zug dazu. In Zug steigen wir um. In Altdorf warten wir gegenüber vom Tell-Denkmal auf den Bus bis Bürglen. Nach dem schlechten Wetter der vergangenen Tage sind heute Morgen schon viele Wanderer/innen unterwegs.

In Bürglen nehmen wir die Seilbahn – über zwei Stationen in 11 Minuten – bis Biel/Kinzig 1637 m.ü.M.

Im Restaurant Biel stärken wir uns mit Kaffee, Ovomaltine und riesigen Nussgipfeln, so dass die meisten sich einen teilen. Die Sonnenterrasse Biel/Kinzig liegt am Schächentaler Höhenweg.

Auf breiten Schotterwegen erreichen wir zwei Stunden später die „Bruder Klaus Kapelle“ und verewigen uns dort im Gästebuch.

Bruder Klaus Kapelle

Gegenüber sehen wir ein wunderbares schneebedecktes Panorama. Über Wissenboden wandern wir zur sagenumwobenen Schutzhütte, wo anscheinend „Sennentuntschi“ gedreht wurde. Am 14.10.10 soll der Film ja jetzt doch in die Kinos kommen – nach finanzieller Pleite.

Sennentuntschis Hütte

Wir steigen weiter bergan bis zum Pass „Chinzig-Chulm“ auf 2073 m.ü.M. Wie heute gewohnt, führt der Weg über „Steinhaufen“, zum Teil matschig.  Aber wir erreichen alle unseren Picknick-Platz mit Blick hinab zum „Seenalper Seeli“. Nach knapp einer Stunde Mittagshalt brechen wir wieder auf. Obwohl rechts und links ein schönes Panorama uns begleitet, müssen wir uns immer auf den Weg konzentrieren, denn wir wollen nicht in einem „Matschhaufen“ landen. Wir werden von schönem Kuhglocken-Geläut begleitet. Auch führt der Weg vorbei an einer grösseren Schafherde, die herrlich anzuschauen ist mit ihrem schön gezeichneten Wollpelz: weiss-gefleckt, nur weiss, oder braun mit weissem Schwanz...

Nach Seenalp, Grund sind wir im Hürital und kommen nach Liplisbüel, 1194 m.ü.M.. Wir wandern dem canyonartigen Hüribach entlang, gelangen auf eine Asphaltstrasse ein Stück weit, bis wir uns für einen „heiklen“ Abstieg entscheiden, um von der Strasse zu fliehen. Aber dieser „enge“ Abstieg hat wirklich seine Tücken, da heisst es aufgepasst: schlüpfrige Steine, matschiger Boden. Man weiss kaum, wo hintreten. Vorbei geht es an einer wuchtigen Höhle.

Als wir alle Neun Muothatal 674 m.ü.M. „unbeschädigt“ erreichen, stossen wir bald einmal in einer „Gartenbeiz“ auf das Vollbrachte an. Mit Bus und SBB erreichen wir Zürich HB am späteren Abend.