Chlausausflug, Samstag 6. Dezember 2008

Leiterin: Rita
Bericht: Heike

Es ist bereits Tradition, dass Rita einen interessanten Chlausausflug organisiert. So konnte sie einen Hess-Car fast voll besetzen mit knapp 50 Personen. Obwohl die Abfahrt bereits auf 8 Uhr angesetzt war, erschienen alle pünktlich. Heike musste noch rennen, aber kurz vor Abfahrt erschien auch sie. Ihre liebe Freundin Yvonne M. hatte ihr einen guten Platz organisiert.

Rita verteilte beim Einsteigen ein Papier für einen Wettbewerb. Die Fragen waren:

- Welche Firma besichtigen wir?
- In welchem Restaurant nehmen wir das Mittagessen ein?
- Welchen Christkindlmarkt werden wir besuchen?

Die Meisten waren etwas ratlos, aber Mitmachen war Ehrensache. Rita begrüsste uns zunächst und gab jedem einen Appenzeller Biber.

Nachdem alle ihre Zettel abgegeben hatten, erfuhren wir, dass unsere Führung um 9.30 Uhr angesetzt sei mit anschliessendem Apéro und zwar in der Brauerei

in Rheinfelden. Wir wurden vor dem Schlösschen von zwei netten Damen begrüsst, in Gruppen von jeweils 24 Personen aufgeteilt, und schon ging es los.

Im Deutschland des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Brauereien im Burgenstil. Auch in der Schweiz wurden zu dieser Zeit Brauerei-Schlösser errichtet: Warteck, Löwenbräu und eben das Feldschlösschen. Der Burgenstil drückte Wehrhaftigkeit und Solidität, aber auch Herrschaftswille und Romantik aus. Dem Feldschlösschen-Gründer Theophil Roniger lag die sorgfältig architektonische Gestaltung seiner Brauerei sehr am Herzen. Ronigers Portrait wurde in einem wunderschönen Glasfenster verewigt.

Hier probieren wir die Kopfhörer für die Führung.


Roniger begab sich mit 20 Jahren auf Wanderschaft, um verschiedene Brauereien kennen zu lernen und alle Tätigkeiten des Brauwesens zu erlernen. Ihm wurde vorgeschlagen, das „Gifthüsli“, wie eine ausgediente chemische Fabrik im Volksmund genannt wurde, zu kaufen. Die Lage am Ausgang des Magdener Tales war sehr günstig wegen der Wasservorkommen und der Nähe der Eisenbahn. Backstein war im 19. und 20. Jh. ein beliebtes, preisgünstiges und vielseitig verwendbares Baumaterial, das bei Industriebauten häufig zum Einsatz kam. Das „Feldschlösschen“ wurde in gelbem und rotem Backstein in Sichtbauweise erstellt. Die Mauerflächen in Gelb, die Verzierungen und Blenden in Rot.

Grosses Staunen im wunderschönen alten Sudhaus.


Sudhaus Feldschlösschen

überall glänzendes Kupfer


Die Brauerei war 130 Jahren eigenständig bis sie von Carlsberg geschluckt wurde. Zur Carlsbergruppe gehören nebst Feldschlösschen: Cardi­nal, Warteck, Hürlimann und Gurten.

Zur Tradition der Brauerei gehören auch die Brauereipferde in den originalen Pferdställen des Schlosses, die sich von uns sogar streicheln liessen. An traditionellen Anlässen werden sie als Sechsspänner vor einen Bierwagen gespannt und präsentiert.

Nach dem gut eineinhalbstündigen Rund­gang - wir waren sehr beeindruckt von den gewaltigen, blitzblanken Kupferkesseln - wurden wir zu einem gemütlichen Umtrunk eingeladen. Bei ofenfrischen Brezeln durften wir alle möglichen Biersorten degustieren.

Auch für „Nichtbiertrinker“ war es ein Genuss. Es gibt von Cardinal mit nur etwa 3,1 % Alkohol sehr süffige Biere mit Lemon-, Grapefruit-, Passions- frucht- und Litschisaft – die schmeck­ten uns Frauen besonders gut. Aber auch das „Angel“ ohne Alkohol mundete.


Nach den angeregten Gesprächen beim Biertrinken – in einem wunderschönen „Saal“ – ging es mit dem Bus weiter zum Mittagessen. Unser Ziel war der Gasthof

Als Rast- und Verpflegungsstätte ist der Gasthof Schiff bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Bereits damals diente er Kutschenreisenden und Rhein-Flössern als Herberge. Der erste Eintrag im Gästebuch stammt aus dem Jahre 1847.

Wir betraten im ersten Stock des Hauses einen festlich gedeckten, sehr schönen Raum. An runden Achtertischen durften wir Platz nehmen. Die Menuekarte lag bereits auf dem Tisch. Nach dem vielen Biertrinken waren alle vorsichtig mit dem Bestellen der Getränke. Bei den meisten lag nur 1dl Roter drin. ... Wir mussten Zeit mitbringen, bevor uns serviert wurde. Aber dann wurde Rita vom Chef des Hauses informiert: Der Koch habe einen Unfall gehabt, sei mit Tellern auf der Treppe gestürzt und musste ins Spital. Hatte er wohl schon von den beschwipsten Pflaumen – unserem Dessert – zu viel probiert?

Nach dem Mittagessen besserte sich das Wetter ein wenig, und wir fuhren zum Weihnachtsmarkt nach

Wir spazierten in Gruppen an den weihnachtlichen Buden vorbei. Wir hörten auch die Darbietung einer volkstümlichen Gruppe, aber wir waren hauptsächlich nur „Sehleute“, kaum jemand erspähte etwas Passendes. Inzwischen regnete es wieder, und unsere Gruppe liess sich in einem warmen Café nieder und trank einen wunderbaren Café Latte mit Amaretto. Herrlich mundete der!

Das Fridolinsmünster ist eine ursprünglich im romanischen Stil erbaute, im 14. Jahrhundert nach einem Brand wieder errichtete gotische Klosterkirche, die im 17. und 18. Jahrhundert mit Elementen des Barockstils erneuert wurde. Das Wahrzeichen der Stadt Bad Säckingen ist dem heiligen Fridolin von Säckingen geweiht, der aus dieser Gegend stammt und verschiedene Klöster gründete.


Faszinierend, die Holzbrücke über den Rhein

Die Säckinger Holzbrücke ist mit einer Länge von 200 Metern die längste gedeckte Holzbrücke Europas.

Die Brücke ist 1272 erstmals urkundlich erwähnt und enthielt damals zwölf hölzerne Pfeiler. Angeblich existierte an dieser Stelle bereits 200 Jahre zuvor eine Verbindung über den Fluss. Mehrfach wurde die Holzbrücke durch Kriege (z.B. 1633 im Dreissigjährigen Krieg) und Hochwasser des Rheins zerstört und musste immer wieder aufgebaut werden.


Gerhard entdeckte in der um 1590 einge­richteten Brückenkapelle den Brücken­heiligen Johannes Nepomuk für seine Nepomuksammlung


Um 17.35 Uhr trafen sich wieder alle am Bus zur Heimfahrt.

Liebe Rita, diesen Anlass hast Du wieder bestens organisiert. Ein Kompliment!