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Schlusswanderung von „Berg und Ski“ im Wallis

7. bis 8. Oktober 2006

Bericht von: Heike

Am Samstagmorgen mussten wir noch den Regen­schirm aufspannen, aber zehn Wanderlustige waren optimistisch und trafen sich im Zürcher HB zur Fahrt nach Oberwald. Walter, Lisbeth und Suzanne gesellten sich noch in Zug zu unserer Gruppe.

Wir stiegen in Oberwald aus. Der Name kommt von „über dem Wald“. Der Himmel war noch etwas verhangen, aber nach einer kleinen Erfrischung mit Kaffee oder Ovomaltine und Riesen-Gipfel nahmen wir den ersten Teil der Wanderung auf dem Gommer Höhenweg in Angriff. Ein Ehepaar machte uns darauf aufmerksam, dass der „normale“ Wanderweg für den Aufstieg gesperrt sei wegen Holzarbeiten. Aber viele Wege führen nach Rom. So wählten wir den Einstieg einfach etwas weiter unterhalb, bevor wir uns in die Höhe begaben.

Wandergruppe vor der Kirche

Unser Wanderpfad heisst ja Gommer Höhenweg, d. h., es ging meist auf- und niedwärts. Aber es war eine traumhafte Höhenwanderung auf der rechten Talseite praktisch ohne Hartbelag. Die vielen schmalen Wiesen- und Waldpfade, die herrlich duftenden Arvenwälder, die Querung der wilden Seitentäler, die Aussicht auf die Berge bis zum Weisshorn waren ein Wandergenuss. Wir hatten ja bereits Anfang Oktober, aber die Wälder zeigten noch kaum ihre Herbstfärbung – noch keine golden­en Lärchenwälder. Wir waren fast fünf Stunden marschiert, bald sahen wir hinab auf den Flugplatz von Münster, d. h. unser Ziel für die Übernachtung, Münster, war bald erreicht. Aber wir wollten uns den Besuch der „Antonius-Kapelle auf dem Biel“ nicht entgehen lassen. Die Decke des Gotteshauses zeigt interessante Malereien. Die einzelnen Bildmotive tragen Namen wie: der Tod, der Irrthum, Elend, Teiffel, das Meer, die Glider, die Kranke, Aussatz ...


Gruppe beim Apero im Hotel

Bevor wir unsere Zimmer im Hotel Landhaus bezogen, bekamen wir schon den ersten Eindruck vom schönen Dorf Münster. Die schmucken Walliser Häuser mit ihrer Blumenpracht vor den Fenstern, waren eine Augenweide: Geranien und Betunien noch in voller Blüte. Elsbeth, Christel und ich beschlossen vor dem Nachtessen, Münster etwas näher zu betrachten bis hinab zum Dorfbach. Auf dem Heimweg lud Christel uns noch zu einem Gläschen Wein ein. Dann schnell unter die Dusche, und schon war es wieder Zeit für den Apéro in der Hotelhalle. Wir stiessen an mit einem feinen Gläschen Haida offeriert vom UBS-Sportclub. Im Stübchen war für uns gedeckt zum Nachtessen. Nach der strengen Tour des Tages schmeckte das Vier­gang-Menü bestens. Erwähnenswert ist die gross­artige Serviertochter! Sie trug wirklich mit ihrer netten Art zum Gelingen des Abends bei. Ein feiner Williams half zum Verdauen, und ich schlief trotz Vollmond wie ein „Engel“, bis der Wecker schellte.


Blick aus dem Hotelfenster

Sonntagmorgen um 8 Uhr trafen wir uns zum Frühstück. Wir durften Platz nehmen an einem langen Tisch, als wäre die Gemeinde zur Versam­mlung geladen. Wir hatten ausgiebig Zeit, um uns am Frühstücksbuffet zu laben. So einen feinen Kaffee hatte ich schon lange nicht mehr getrunken.


Stimmung

Um 9.15 Uhr trafen wir uns für die zweite Etappe des Gommer Höhenwegs, das Ziel war heute Bellwald. Strahlend blauer Himmel sollte uns heute den ganzen Tag begleiten. Schon am Morgen hatten wir einen wunderschönen Blick zum Weisshorn! Wir hatten wieder einen „machbaren“ Aufstieg zu bewältigen und konnten bald den herrlichen Blick von der Höhe ins Tal geniessen. „Hans guck in die Luft“ war auch heute nicht angesagt, waren es doch zum Teil heikle Abstiege, zum Teil über „Brückli“, sprich Holzbretter, um die Bäche zu überqueren. Etwas habe ich von Yvonne und Elsbeth gelernt, als es wieder einmal am Wegrand plätscherte: Was ist eine Suone? Sie sind wichtige Zeugen der Geschichte, Kultur und Zivilisation im Wallis. Es sind künstliche Wasserläufe; in den Boden gegraben und in die Felswand gehauen, erinnern sie wie Narben an frühere Zeiten: der Kampf der Bevölkerung gegen die Trockenheit.


Vor der Walibachhütte

Die Tour führte uns auf der Höhe vorbei an Reckingen, Gluringen, Ritzingen. Bald hielten wir nach 3 ½ Stunden Marschzeit unsere Mittagsrast. Die meisten von uns verpflegten sich aus dem Rucksack. Wir konnten uns auf einer Wiese in der Sonne niederlassen. Aber wir sahen nicht weit von unserem Rastplatz eine bewirtschaftete Hütte: die „Walibach“, Talort Biel. Ein feiner Kaffee, ein kühles Bier wäre nach dem Picknick auch nicht zu verachten. Bald einmal war unsere Gruppe vor der Hütte vollzählig versammelt. Die einen konnten nicht widerstehen, denn der Hüttenwirt servierte Raclette vom offenen Feuer!


Adler Beobachtung

Es war hier in der Höhe sehr gemütlich, die Sonne verwöhnte uns, und so beschlossen wir, eine längere Mittagsrast zu halten und dafür nach Niederwald anstatt Bellwald abzusteigen. Welch gute Idee! Wir wanderten noch in der Höhe über Selkingen, Blitzingen, bis wir den recht „giftigen“ Abstieg nach Niederwald unter die Füsse nahmen. Wir mussten sehr achtsam sein, damit wir nicht wegrutschten. Aber Ende gut – alles gut!

Im Bahnhof Niederwald konnten wir uns noch etwas erfrischen, Schuhe wechseln, bevor es über Göschenen nach Zürich HB heimwärts ging. Unsere drei Zuger stiegen etwa eine halbe Stunde früher aus.

Das war wirklich ein wunderschönes Wochenende, sogar der Wettergott war uns gnädig!